29 März 2001


ZWECK DES VERBANDS


Der Zweck des Verbandes ist die Realisierung eines Systems von Hochgeschwindigkeitsbahnverbindungen für den Passagierverkehr :
- zwischen Deutschland, der Schweiz und dem Mittelmeerraum durch die Verbindung der Rheinebene mit der Rhonefurche – also Strasbourg mit Lyon – über die Regionen Alsace, Franche-Comté, Bourgogne und Rhône-Alpes,
- die Verbesserung der Verbindungen zwischen Bourgogne, der Franche-Comté, Südelsass, Südbaden und der Schweiz einerseits und dem Großraum Paris, der Region Nord-Pas-de-Calais sowie – über einen Querverbindungszweig südlich der Ile-de-France – der Bretagne und der Region Pays de la Loire andererseits.

Hierzu bemüht sich der Verband, um die Realisierung einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke auf einer geeigneten Trasse zwischen den Ballungsgebieten Mulhouse und Dijon (Ostast), verlängert (über Dijon) durch eine neue Strecke in Richtung Paris bis zur Strecke des TGV Sud-Est (Westast) und eine neue Strecke in Richtung Lyon und der Flughafen Lyon-Saint-Exupéry (und Italien) über den Département Jura (Südast). Die Aste West und Süd bieten sich als Alternativroute von Paris nach Lyon über Dijon, Lons-le-Saunier und Bourg-en-Bresse an, wenn die bestehende Strecke des TGV Sud-Est völlig ausgelastet ist.

Dieses Projekt fügt sich in eine Logik europaïschen Umfangs ein. Es ermöglicht zwei grosse europäische Diagonalen untereinander zu verbinden, nämlich:


London/Brüssel-Lille-Paris-Basel-Zürich/Neuchâtel-Bern/Lausanne/Genève
und
Hamburg/Berlin-Hannover-Göttingen-Frankfurt-Karlsruhe/Stuttgart-Strasbourg/Freiburg/Basel/Zürich/Neuchâtel-Bern/Lausanne/Genève/-Lyon-Marseille/
Montpellier-Barcelona-Madrid/Valencia


Das Projekt betrifft auf französischer Ebene in erster Linie das Alsace, die Franche-Comté, Bourgogne sowie Rhône-Alpes, aber auch die Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur, Languedoc-Roussillon, Midi-Pyrénées und Lorraine. Auf europäischer Ebene betrifft es die skandinavischen Länder, Deutschland, die Schweiz, Italien, Spanien und Portugal.

Angesichts der Bedeutung, die heute die Frage für den Gütertransport auf nationaler und europäischer Ebene gewonnen hat, setzt sich der Verband außerdem zum Ziel, durch die Schaffung des Systems LGV* Rhin-Rhône auch einen Beitrag in Sachen Güterverkehr (insbesondere im strategischen Dreieck der Saône-Ebene) zwischen Deutschland, den Beneluxstaaten, Südfrankreich und Spanien zu leisten, der sich ausser die Verbesserung der bestehenden Strecken auf dem Bau neuer Strecken stützt.

Die Ost und Westäste der LGV Rhin-Rhône werden die Schaffung neuer Kapazitäten für den Güterverkehr ermöglichen, indem sie die bestehenden klassischen Strecken vom Personenfernverkehr befreien. Dasselbe gilt auch für den Südast, der eventuell für Mischverkehr (Personen- und Güterverkehr) – ausgelegt werden wird. Bedingung dafür ist allerdings, dass diese doppelte Funktionalität tatsächlich möglich ist und ein Verkehr nicht auf Kosten des anderen geht. Gemischter Verkehr auf dem Südast darf für die nationalen und internationalen Reisenden auf der Achse Rhein-Rhone-Mittelmeerraum keinesfalls zu einer Beschränkung der von den Hochgeschwindigkeitsstreckensystem gebotenen Vorteile der führen.
Deshalb befürwortet der Verband eine Lösung, die stufenweise verwirklicht werden kann und darin besteht, für den Südast ein Bahngelände der Strecke vorzusehen, das früher oder später auf vier Gleise ausgebaut werden kann: zwei für den Passagierverkehr und zwei für den Güterverkehr.

Frankreich darf auf der Achse Rhein-Rhone-Mittelmeerraum nicht weniger Ehrgeiz als anderswo haben – sowohl was den Passagierverkehr als auch den Güterverkehr angeht.

* LGV (Ligne à Grande Vitesse) = Hochgeschwindigkeitsstrecke.
" TGV Rhin-Rhône" oder "LGV Rhin-Rhône = Hochgeschwindigkeitsstrecke Rhein-Rhone


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